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Mike Kaminski

Aufmaß-Software 2026 im Vergleich: Kriterien, Funktionen, KI-Unterstützung

Mike Kaminski
12. August 2026

Jede Kalkulation beginnt mit einer Zahl. Bevor ein Angebot steht, eine Ausschreibung verschickt wird oder eine Rechnung geprüft werden kann, muss die Menge stimmen: wie viele Quadratmeter Wandfläche, wie viele Laufmeter Rohrleitung, wie viele Stück Fenster. Wird hier ungenau gearbeitet, wirkt sich das auf das gesamte Projekt aus – von der Kalkulation bis zur Abrechnung. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Aufmaß-Software, mit der diese Mengen ermittelt werden.

Warum eine Aufmaß-Software heute zum Standard wird

Mengenermittlung war lange eine Sache von Rollmeter, Millimeterpapier und Handskizzen. In vielen Büros und Betrieben ist das bis heute Teil der Praxis. Der Aufwand dafür ist jedoch beträchtlich: Maße werden vor Ort erfasst, später übertragen, in Excel-Tabellen oder Leistungsverzeichnisse eingepflegt und ein weiteres Mal geprüft. Jeder dieser Schritte kostet Zeit und ist eine mögliche Fehlerquelle.

Drei Entwicklungen erhöhen den Druck, diesen Prozess zu digitalisieren. Erstens der wachsende Termin- und Kostendruck in Bauprojekten, der wenig Spielraum für Nacharbeit lässt. Zweitens der Fachkräftemangel, der dazu führt, dass Mengenermittlung zunehmend von Mitarbeitenden ohne Bauingenieurs- oder Architekturhintergrund übernommen wird – eine intuitiv bedienbare Software senkt hier die Einstiegshürde deutlich. Drittens die zunehmende Erwartung an nachvollziehbare, digital dokumentierte Mengen, etwa bei öffentlichen Ausschreibungen oder in der Zusammenarbeit mit AVA-Software.

Ein Aufmaßprogramm ersetzt in diesem Umfeld nicht den fachlichen Blick auf den Plan, sondern die manuelle Übertragungsarbeit danach. Genau darin liegt der eigentliche Nutzen.

Aufmaß-Software im Vergleich: Diese Kriterien entscheiden

Der Markt für Aufmaß- und Mengenermittlungssoftware ist unübersichtlich – vom einfachen PDF-Messwerkzeug bis zur vollständig in die AVA integrierten Lösung. Fünf Kriterien helfen bei der Einordnung:

  • Plankompatibilität: Lassen sich PDF-Pläne (Vektor und Pixel), CAD-Zeichnungen oder Bilddateien direkt importieren und über ein Referenzmaß maßstäblich skalieren?
  • Installationsart: Läuft die Software lokal auf einem Arbeitsplatz oder browserbasiert – und damit unabhängig von Betriebssystem und Standort?
  • Anbindung an Leistungsverzeichnis und AVA: Können ermittelte Mengen direkt mit LV-Positionen verknüpft und über Formate wie GAEB oder Excel weiterverarbeitet werden?
  • Teamarbeit: Können mehrere Personen gleichzeitig an einem Aufmaß arbeiten, oder ist die Bearbeitung an einen Arbeitsplatz gebunden?
  • KI-Unterstützung: Erkennt die Software relevante Bereiche im Plan automatisch, oder muss jede Fläche und jedes Objekt manuell markiert werden?

Aufmaß mit Excel, Desktop-Software oder Cloud: drei Arbeitsweisen im Vergleich

In der Praxis konkurrieren nicht drei Softwareprodukte, sondern drei Arbeitsweisen. Die verbreitetste ist dabei nicht die älteste: Sehr viele Büros und Betriebe arbeiten mit einer Mischform, die digital aussieht, aber überwiegend Handarbeit ist – gemessen wird am ausgedruckten Plan, erfasst wird in einer Excel-Tabelle.

Wie das aussieht, lässt sich an einem typischen Fall zeigen: Ein Trockenbaubetrieb misst für ein Bürogebäude die Wand- und Deckenflächen von rund 40 Räumen auf. Die Pläne liegen ausgedruckt auf dem Tisch, gemessen wird mit dem Maßstabslineal, die Werte wandern raumweise in eine Excel-Tabelle. Abzüge für Türen und Fensteröffnungen werden über Formeln gerechnet. Nach zwei Tagen steht die Tabelle. Dann kommt eine Planrevision: In drei Bereichen wurden Trennwände verschoben.

Jetzt zeigt sich das eigentliche Problem. Die Zahlen in der Tabelle verweisen nicht auf den Plan. Niemand kann auf Anhieb sagen, welche Zeilen zu den geänderten Bereichen gehören und welche Formeln davon abhängen. Im Ergebnis wird ein erheblicher Teil des Aufmaßes neu erfasst – und dieselbe Frage stellt sich später erneut, wenn der Rechnungsprüfer eine einzelne Menge hinterfragt.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Das Problem ist nicht Excel als Format, sondern die manuelle Erfassung ohne Bezug zum Plan. Die folgende Übersicht ordnet die drei Arbeitsweisen anhand der oben genannten Kriterien ein:

KriteriumPapierplan + ExcelKlassische Desktop-SoftwareBrowserbasierte Cloud-Lösung
Erfassung Maßstabslineal am Ausdruck, Werte per Hand eintippen grafisch am Bildschirm, lokal installiert grafisch im Browser, ohne Installation
Fehlerrisiko Zahlendreher, überschriebene Formeln, veraltete Zeilen gering bei sauberer Bedienung gering bei sauberer Bedienung
KI-Unterstützung keine in der Regel keine KI-Plananalyse erkennt relevante Bereiche und setzt Marker automatisch im Plan
Nachvollziehbarkeit Zahl in der Zelle ohne Bezug zum Plan Menge am Plan prüfbar Menge am Plan prüfbar, für alle Berechtigten einsehbar
Neuer Planstand Tabelle weitgehend neu erfassen betroffene Positionen anpassen betroffene Positionen anpassen, Team sieht den Stand sofort
LV- und AVA-Anbindung Copy-and-paste in das Leistungsverzeichnis meist über GAEB-Export GAEB, Excel, ÖNORM sowie direkte Integration in AVA-Systeme
Teamarbeit Dateiversionen wandern per E-Mail meist Einzelplatzarbeit mehrere Nutzer am selben Aufmaß in Echtzeit
Zugriff und Lizenz an die Person gebunden, die die Datei pflegt an den Arbeitsplatz mit Lizenz gebunden Subskription pro Nutzer, Zugriff von jedem Gerät mit Browser

Der Sprung von der Excel-Erfassung zu einer grafischen Lösung ist damit größer als der Sprung zwischen Desktop und Cloud: Er ersetzt nicht nur ein Werkzeug, sondern stellt die Nachvollziehbarkeit her, die bei manueller Eingabe grundsätzlich fehlt. Ob die Lösung lokal installiert oder browserbasiert läuft, entscheidet anschließend vor allem darüber, wie gut mehrere Personen und Standorte damit arbeiten können.

GRAVA connect: Grafische Mengenermittlung mit KI-Unterstützung

GRAVA connect ist die browserbasierte Software von SOFTTECH für grafisches Aufmaß und Mengenermittlung. Sie läuft ohne Installation direkt im Browser, plattformübergreifend unter Windows und macOS. Anwender ermitteln Längen, Flächen, Volumen und Stückzahlen grafisch auf digitalisierten Papierplänen oder CAD-Zeichnungen – so vertraut wie auf dem Papierplan, aber digital und ohne Übertragungsfehler.

Pläne lassen sich als PDF (Vektor und Pixel), JPG, BMP oder PNG importieren, über ein Referenzmaß maßstäblich skalieren und bei Vektorgrafiken über automatisches Schnappen an Eckpunkten präzise erfassen. Ermittelte Mengen werden direkt mit Positionen im Leistungsverzeichnis verknüpft; der Datenaustausch läuft über GAEB, Excel und ÖNORM. Für AVA-Systeme wie AVANTI und ORCA AVA besteht zusätzlich eine direkte Integration: Die Mengenermittlung erfolgt dann ohne separaten LV-Import unmittelbar aus der AVA-Umgebung heraus. Wer weiterhin in Excel auswerten möchte, kann das tun – nur das manuelle Abtippen der Maße entfällt.

KI-Plananalyse und KI-Assistent

Zwei KI-Funktionen unterscheiden GRAVA connect von klassischen Aufmaß-Werkzeugen. Die KI-Plananalyse erkennt auf Basis der importierten Planunterlage automatisch relevante Bereiche und setzt Marker direkt im Plan. Anwender müssen Flächen und Objekte dadurch nicht mehr vollständig manuell markieren, sondern prüfen und ergänzen einen bereits vorbereiteten Vorschlag – das beschleunigt die Mengenermittlung und reduziert manuelle Arbeitsschritte. Der KI-Assistent unterstützt direkt in der Anwendung: Er beantwortet Fragen zur Bedienung und erklärt Funktionen, ohne dass eine separate Anleitung nötig ist.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten teamübergreifend: Mehrere Nutzer bearbeiten ein Aufmaß in Echtzeit gemeinsam. Updates erfolgen automatisch im Hintergrund, ohne Wartungsaufwand für einzelne Arbeitsplätze; welche Funktionen zuletzt dazugekommen sind, zeigt die öffentliche Roadmap. Die Daten liegen dabei verschlüsselt in zertifizierten Rechenzentren.

GRAVA connect kann 30 Tage kostenlos und unverbindlich getestet werden – mit vollem Funktionsumfang und ohne Wasserzeichen im Export.

Für wen sich GRAVA connect eignet

Die browserbasierte Arbeitsweise macht GRAVA connect für unterschiedliche Rollen im Bauprojekt interessant:

ZielgruppeTypischer Einsatz
Architekten & Ingenieure Angebotsmengen, Ausschreibungsmengen für alle Gewerke, Abstimmung mit Fachplanern
Bauunternehmen Angebots- und Abrechnungsmengen, Mengenüberprüfung in der Kalkulation, monatliche Leistungsmeldung
Ausbaugewerke (z. B. Maler, Trockenbau, Fliesen, Boden) Flächenaufmaß mit Abzügen, Verschnittberechnung, Abrechnungsaufmaße

Architekten und Planer nutzen GRAVA connect vor allem für Angebots- und Ausschreibungsmengen über alle Gewerke hinweg. Bauunternehmen setzen die Software zusätzlich für die laufende Mengenüberprüfung in der Kalkulation und für monatliche Leistungsmeldungen ein. In Ausbaugewerken wie Maler-, Trockenbau- oder Fliesenbetrieben steht die schnelle Flächenermittlung mit automatischen Abzügen für Fenster, Türen und Aussparungen im Vordergrund.

Aus der Praxis: Wie Betriebe mit Markern arbeiten

Die Mengenermittlung in GRAVA connect läuft über Marker: vorgefertigte, gewerkespezifische Vorlagen für Längen, Flächen, Volumen und Stückzahlen, ergänzt um frei gezeichnete Polygone. Darüber hinaus lassen sich eigene Variablen für die Mengenausgabe hinterlegen, also freie Markereigenschaften und Berechnungsansätze. Praktisch bedeutet das: Ein einmal eingerichteter Marker liefert aus einer einzigen Messung mehrere abgeleitete Mengen.

Aus einem Strich – viele Mengen Aus einem einzigen Längenmarker für eine Wand leitet GRAVA connect gleichzeitig mehrere Mengen ab: Beplankung in Quadratmetern, Beplankung für Feuchträume, Beplankung gesamt, UW-Profile in Laufmetern, CW-Ständer in Stück sowie Attribute wie Raumtyp und Feuerwiderstandsklasse. 1 Längenmarker (eine Wandlinie) Beplankung [m²] Beplankung Feuchträume [m²] Beplankung gesamt [m²] UW-Profile [lfm] CW-Ständer [Stück] Raumtyp · Feuerwiderstandsklasse

Prinzip der Markervariablen: Aus einer einzigen gezeichneten Wandlinie leitet GRAVA connect mehrere Mengen gleichzeitig ab – hier am Beispiel Trockenbau.

Wie weit das im Alltag trägt, zeigen zwei Anwender aus dem Ausbau:

Im Trockenbau betrifft es vor allem die Längenmarker für Wände.

Zum Ermitteln der Trockenbauwände nutzen wir einfach die Längenmarker. Mit Hilfe von Herrn Pacher haben wir diese um Variablen wie Anzahl der Beplankung, Beplankung m², Beplankung Feuchträume m², Beplankung gesamt, UW-Profile [lfm] und CW-Ständer [Stück] sowie weitere Attribute wie Raumtyp und Feuerwiderstandsklasse erweitert. Das liefert uns mit einem Strich sehr viele Mengen. Durch diese Art von Markern macht Aufmessen richtig Spaß."

Roland, Meister Trockenbau

Im Malerhandwerk steht dagegen der Flächenmarker im Mittelpunkt – mit demselben Prinzip.

„Mit Einführung der Markervariablen konnten wir unsere Flächenmarker so aufwerten, dass wir mit nur den Flächen automatisch Wand- und Deckenflächen, Innen- und Außenecken, Eckschienen, Innenfugen, Fugenbänder und weitere Mengen erhalten. So minimiert sich die Anzahl unserer Marker und wir können passend für unsere Aufgaben schnell und einfach die Aufmaße liefern – GRAVA connect hat sich für uns jetzt schon gelohnt."

Philipp, Malermeister

Beide Beispiele beschreiben denselben Effekt aus unterschiedlichen Gewerken: Aus einer gezeichneten Linie oder Fläche entstehen mehrere Mengen gleichzeitig – und zwar in der Gliederung, die der Betrieb für Angebot und Abrechnung tatsächlich braucht. In einer Excel-Tabelle würde jede dieser Mengen eine eigene Spalte und eine eigene Formel erfordern, die bei jeder Planänderung erneut geprüft werden müsste.

Fazit: Die passende Lösung für die eigene Arbeitsweise

Nicht jedes Büro und nicht jeder Betrieb braucht dieselbe Aufmaß-Software. Entscheidend sind die eigenen Anforderungen an Plankompatibilität, Ortsunabhängigkeit, Anbindung an Leistungsverzeichnis und AVA sowie den Grad an Unterstützung, den eine Software beim Erkennen von Flächen und Objekten leisten soll.

GRAVA connect bündelt diese Anforderungen in einer browserbasierten Lösung: keine Installation, immer die aktuelle Version, direkte AVA-Integration und KI-Funktionen, die die manuelle Markierung von Flächen und Objekten reduzieren. Für Büros und Betriebe, die ihre Mengenermittlung digitalisieren und dabei mit bestehenden AVA-Prozessen verbinden möchten, ist das eine naheliegende Ausgangsbasis.

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Häufige Fragen zur Aufmaß-Software

  • Was ist eine Aufmaß-Software?

    Eine Aufmaß-Software digitalisiert die Ermittlung von Längen, Flächen, Volumen und Stückzahlen aus Bauplänen oder vor Ort. Sie ersetzt die manuelle Übertragung von Papieraufmaßen in Tabellen oder Leistungsverzeichnisse.

  • Kann man Aufmaße mit Excel erstellen?

    Grundsätzlich ja, und viele Betriebe arbeiten so. Die Maße werden dabei am Plan ermittelt und per Hand in die Tabelle eingetragen. Der Nachteil: Die Werte in den Zellen sind nicht mit dem Plan verknüpft. Bei Planänderungen oder Rückfragen zur Abrechnung fehlt damit die grafische Nachvollziehbarkeit. Eine Aufmaß-Software erfasst die Mengen direkt am Plan und kann die Ergebnisse anschließend weiterhin nach Excel exportieren.

  • Was unterscheidet grafische Mengenermittlung von klassischem Aufmaß?

    Bei der grafischen Mengenermittlung werden Mengen direkt am digitalen Plan erfasst, etwa durch Markieren von Flächen oder Linien. Die Software berechnet Maße automatisch, statt sie manuell aus Papierunterlagen zu übertragen.

  • Lässt sich Aufmaß-Software mit einer AVA-Software verbinden?

    Ja. Über Standardformate wie GAEB, Excel oder ÖNORM lassen sich Mengen in gängige AVA-Programme importieren. Einige Lösungen, darunter GRAVA connect, bieten zusätzlich eine direkte Integration, etwa mit AVANTI oder ORCA AVA, ohne separaten LV-Import.

  • Wie funktioniert KI bei der Mengenermittlung?

    KI-Plananalyse erkennt relevante Bereiche auf importierten Planunterlagen automatisch und setzt Marker direkt im Plan. Anwender prüfen und ergänzen diesen Vorschlag, statt jede Fläche einzeln manuell zu markieren.

  • Ist GRAVA connect auch für Handwerksbetriebe geeignet?

    Ja. Neben Architekten und Planern nutzen unter anderem Bauunternehmen sowie Ausbaugewerke wie Maler-, Trockenbau- und Fliesenbetriebe GRAVA connect für Angebots- und Abrechnungsmengen.

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