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Christian Pacher
Autor

Mengenermittlung ohne Medienbruch: Die Integration von GRAVA connect in ORCA AVA

Christian Pacher
Autor
19. Mai 2026

Die Mengenermittlung findet in unterschiedlichen Bereichen eines Bauprojekts Anwendung und bildet die Grundlage für zahlreiche technische und wirtschaftliche Prozesse. Sie wird unter anderem für die Kostenplanung und Kalkulation benötigt, um Material- und Leistungsumfänge zuverlässig bewerten zu können. Darüber hinaus dient sie der Ausschreibung und Vergabe von Bauleistungen, da Leistungsverzeichnisse auf konkreten Mengenangaben basieren. Auch bei der Abrechnung und dem Projektcontrolling spielt die Mengenermittlung eine wichtige Rolle, da ausgeführte Leistungen anhand ermittelter Mengen überprüft und dokumentiert werden können. 

Die Mengenermittlung erfolgt in der Praxis noch immer nicht flächendeckend auf Basis eines IFC-basierten 3D-Modells – obwohl dies im Open-BIM-Prozess idealerweise vorgesehen ist. Insbesondere in frühen Leistungsphasen stehen entsprechende Modelle häufig nicht in ausreichender Detailtiefe zur Verfügung. Daher erfolgt die Mengenermittlung auch heute noch vielfach auf Basis von Papierplänen, PDF-Dateien oder klassischen 2D-Planungsunterlagen. Diese Vorgehensweise ist weiterhin weit verbreitet, obwohl der manuelle Aufwand hoch ist.

Gleichzeitig steigt das Risiko von Ungenauigkeiten, da Fehler in der Mengenermittlung unmittelbare Auswirkungen auf Ausschreibung, Kalkulation und die spätere Bauausführung haben. 

Mit der Integration von GRAVA connect in ORCA AVA entsteht ein durchgängiger Workflow, der genau an dieser Stelle ansetzt: Mengen können direkt im Plan ermittelt und ohne Medienbruch, transparent und nachvollziehbar in das LV in ORCA AVA übernommen werden. Der entscheidende Vorteil liegt dabei nicht nur in der höheren Geschwindigkeit der Bearbeitung, sondern vor allem in der durchgängigen Nachvollziehbarkeit der Daten über den gesamten Prozess hinweg.

Ansicht ORCA Manager: Portale & Dateien --> GRAVA connect (Aufrufen, Registrieren, Öffnen)

 

Vom 2D-Plan zur verwertbaren Menge – ohne Umwege

Als browserbasierte Anwendung bietet GRAVA connect direkte Schnittstellen zu namhaften AVA- und ERP-Lösungen und unterstützt die Mengenermittlung direkt auf Basis vorhandener Planunterlagen. PDFs, CAD-Pläne oder gescannte Bestandszeichnungen lassen sich unkompliziert importieren und maßstäblich skalieren. Die Mengenermittlung erfolgt anschließend visuell über sogenannte Marker, mit denen Bauteile und Flächen direkt im Plan erfasst und ausgewertet werden können.

Diese Marker sind mehr als einfache Messwerkzeuge. Sie ermöglichen: 

  • die Erfassung von Flächen, Längen, Volumen und Stückzahlen 
  • die Erfassung Gewerke spezifischer Mengen durch erweiterbare Mengenansätze 
  • die Zuordnung zu konkreten Bauteilen, Bereichen oder Qualitäten 
  • die strukturierte Auswertung direkt innerhalb des Plans

Ein Beispiel aus der Praxis: 

  • Bodenflächen werden als Fläche erfasst 
  • gleichzeitig wird der Umfang automatisch für Sockelleisten nutzbar 
  • dieselbe Fläche dient als Grundlage für mehrere Positionen im LV (Belag, Dämmung, Estrich)

Die Mengenermittlung erfolgt damit einmal – die Nutzung erfolgt mehrfach.

Nahtlose Übergabe in ORCA AVA

Die eigentliche Stärke der Integration zeigt sich beim Übergang in ORCA AVA

Ermittelte Mengen stehen dort direkt für die weitere Mengenermittlung zur Verfügung und können positionsbezogen übernommen werden – ohne Im- und Export und ohne zusätzliche Zwischenschritte, sondern nahtlos in den gesamten Prozess integriert

Das bedeutet konkret: 

  • Auswahl des Projekts und der Zeichnung aus GRAVA connect
  • gezielte Übernahme einzelner Marker oder kompletter Mengenbereiche 
  • automatische und direkte Zuordnung zu LV-Positionen 

Änderungen im Plan wirken sich unmittelbar auf die Datenbasis aus. Mengen können jederzeit aktualisiert und neu übernommen werden. 

Vor allem bei dynamischen Projekten ist das ein entscheidender Vorteil. 

Praxisbeispiel: Innenausbau und Malerarbeiten

Wie das Zusammenspiel konkret funktioniert, zeigt ein typischer Anwendungsfall: 

1. Bodenflächen ermitteln

Flächen werden im Grundriss markiert und als Gesamtmenge übernommen. 

2. Längen ableiten

Der Umfang derselben Fläche dient direkt als Grundlage für Sockelleisten. 

3. Öffnungen berücksichtigen

Türen werden als Längenmarker erfasst und in ORCA AVA als Minusmengen bei der Sockelleiste berücksichtigt. 

4. Wandflächen berechnen

Über definierte Höhenwerte werden aus 2D-Flächen automatisch Wandflächen generiert. 

5. Abzüge automatisieren

Fenster- und Türflächen werden als Abzugsflächen übernommen. 

6. Türen und Fenster

Die Mehrfachnutzung der Marker ermöglicht auch hier entsprechende Mengen an Tür und Fensterpositionen zu hinterlegen. 

Die Mehrfachnutzung der Marker ermöglicht auch hier entsprechende Mengen an Tür und Fensterpositionen zu hinterlegen. 

Das Ergebnis: Eine konsistente, nachvollziehbare Mengenermittlung – ohne doppelte Arbeit

Übernahme Dialog der Mengen: Browserfenster einer Zeichnung mit markiertem Flächenmarker.


Mehr als nur Flächen: Intelligente Mengenableitung

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Methoden liegt in der Flexibilität der Markerlogik. 

Marker können: 

  • individuell benannt und strukturiert werden 
  • mit zusätzlichen Parametern (z. B. Höhenwerten) angereichert werden 
  • als Grundlage für mehrere Berechnungen dienen 

 
Ein einfacher Fenstermarker als Längenmarker liefert gleichzeitig: 

  • Anzahl für Fenster (Stück)
  • Fensterbreite (für Längenberechnungen) 
  • Fensterfläche
  • Fensterfläche als Abzüge

Daraus lassen sich weitere Werte ableiten, etwa Laibungslängen und Laibungsflächen. Damit wird aus einer Messung ein vollständiger Datensatz. 

Teamfähigkeit und Standardisierung

Ein weiterer praxisrelevanter Aspekt: Marker und Strukturen lassen sich in den Stammdaten speichern und im Team teilen. 

Das bedeutet: 

  • einmal definierte Marker stehen allen Projektbeteiligten zur Verfügung 
  • einheitliche Standards über Projekte hinweg 
  • reduzierte Einarbeitungszeit 

In Büros mit mehreren Bearbeitern entsteht so eine konsistente Arbeitsweise. 

Durchgängigkeit über den gesamten Projektverlauf

Die in GRAVA connect ermittelten Mengen bleiben nicht auf die Ausschreibung beschränkt. 

Sie können in ORCA AVA

  • in verschiedenen Projektphasen weiterverwendet werden 
  • für Auswertung, Vergabe und Prüfung genutzt werden 
  • jederzeit nachvollzogen und überprüft werden 

Die Datenbasis bleibt damit über den gesamten Projektverlauf konsistent. 

Warum diese Integration im Alltag relevant ist

Die Kombination aus GRAVA connect und ORCA AVA adressiert konkret Probleme vieler Büros: 

  • die Zusammenarbeit zwischen Planenden und Auschreibenden
  • manuelle Übertragungsfehler 
  • hoher Zeitaufwand für Mengenermittlung 
  • Nachvollziehbarkeit

Durch die direkte Verknüpfung entsteht ein Workflow, der schneller ist, transparent bleibt und sich flexibel an unterschiedliche Projektanforderungen anpasst.

Fazit: Mehr Kontrolle bei gleichzeitig geringerem Aufwand

Die Integration von GRAVA connect in ORCA AVA ist kein Zusatzfeature, sondern ein konsequenter Schritt hin zu einer durchgängigen digitalen Mengenermittlung. Statt Mengen mehrfach zu erfassen, werden sie einmal im Plan erzeugt und systemübergreifend genutzt. Für Architekten, Planer und Handwerksbetriebe bedeutet das vor allem eines: 
mehr Kontrolle bei gleichzeitig geringerem Aufwand. 

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Sie möchten sehen, wie die Integration in der Praxis funktioniert?

Dann lassen Sie sich die Verbindung von GRAVA connect und ORCA AVA im Detail zeigen:

Einfach starten – ganz ohne Vorabkosten

Die beste Möglichkeit, den Workflow selbst zu erleben, ist der direkte Praxiseinsatz: GRAVA connect steht als 30-Tage-Testversion im vollen Funktionsumfang zur Verfügung und kann sofort mit eigenen Projekten und Planunterlagen ausprobiert werden.

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Christian Pacher

Als gelernter Bauzeichner und Planer faszinierte mich schon immer das Entwerfen und Zeichnen von Bauwerken und Gebäuden. Mit SOFTTECH als CAD-Hersteller in meiner Heimatstadt war für mich klar – hier gehörst du hin! Diese Leidenschaft für Architektur und CAD möchte ich an unsere Anwender weitergeben und meine Fachkenntnisse dazu nutzen, unsere Softwarelösungen stetig zu verbessern. 

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