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Anwenderbericht Lerg

05. April 2019

Architekturbüro Alfred Lerg

Von der Planung bis zur Fertigstellung – alles aus einer Hand

Das Büro von Alfred Lerg ist idyllisch gelegen inmitten von Deutschland im hessischen Vogelsbergkreis. Hier gibt es viel Wald und damit auch den Rohstoff, mit dem der Architekt am liebsten baut. Seit nunmehr über 30 Jahren liegen die Schwerpunkte des Architekturbüros auf ökologischem Bauen unter Verwendung natürlicher Rohstoffe. Meist handelt es sich dabei um kosten- und flächensparendes Bauen in Passiv- und Niedrigenergiebauweise. Hinzu kommen viele Projekte im Bestandsbau, Baudenkmalpflege oder auch Gewerbeimmobilien. Das mittelständische Büro ist damit breit aufgestellt. Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, arbeiten neben einem Bauzeichner auch ein Bautechniker, ein Diplom-Ingenieur und ein Architekt für das Büro. Seit der Gründung 1985 ist bei Lerg die CAD-Software SPIRIT im Einsatz, 2005 kam SketchUp Pro für die Entwurfsplanung hinzu und vor ein paar Jahren AVANTI als neue AVA-Software. „Wir haben mit SPIRIT quasi alle Entwicklungsphasen von CAD-Software miterlebt, die ersten Schritte als das Handzeichnen von Computerprogrammen ersetzt wurde, über das 2D- und später 3D-Zeichnen bis hin zur heutigen bauteilorientierten Arbeitsweise. Die jungen Kollegen schätzen die 3D-Anwendungen und die Verbindung zu SketchUp Pro, welches wir hauptsächlich für Entwürfe verwenden“, erklärt Lerg. Beide Programme kamen auch für die folgenden Projekte zum Einsatz.

Projektinformationen

  • Projekt 1:
    Gewerbeimmobilie Zeller in Mutterstadt
    Bauherr: Andreas Zeller, Mutterstadt
    Planungs- und Bauzeit: 2010 - 2011
    Grundstücksfläche: ca. 105.825 m²
  • Projekt 2:
    Um- und Anbau Mehrfamilienhaus Spindler, Neuhofen
    Bauherr: Helmut Spindler, Birkenau
    Planungs- und Bauzeit: 2013 - 2016
    Gerüstfläche: ca. 420 m²
  • Architekten:
    Architekturbüro Alfred Lerg
    Am Bornacker 12
    36367 Wartenberg
    www.architekturbuerolerg.de
    alfred.lerg@architekturbuerolerg.de
 
  • Eingang Wertstoffhof Zeller (Foto)
  • Werkstatt Zeller (Foto)
  • Georeferenziertes Modell 1 in SketchUp Pro
  • Georeferenziertes Modell 2 in SketchUp Pro
  • Georeferenziertes Modell 3 in SketchUp Pro

Projekt 1: Gewerbeimmobilie Zeller in Mutterstadt

An diesem umfangreichen Bauvorhaben hat hauptsächlich Kiril Dris mitgewirkt. Er ist Profi in der Anwendung von SPIRIT (2D und 3D). Aber auch SketchUp Pro hat es ihm angetan, weil er damit schnell und einfach erste Modelle nach Kundenwünschen erstellen kann. In dem Projekt für das pfälzische Recycling-Unternehmen Zeller konnte er seine Software-Kenntnisse voll einbringen. Der Bauherr Andreas Zeller plante den Neubau von Büro- und Werkstattgebäuden mit Sozialbereichen und weitläufigen Lagerflächen. Er stellte dafür dem Architekturbüro Lerg eine sehr detaillierte Betriebsbeschreibung zur Verfügung. Aufgrund der zu verarbeitenden Stoffe mussten für das Genehmigungsverfahren alle Vorgaben des Bimsch (Bundes-Immissionsschutzgesetz) eingehalten werden.

Georeferenzierung von 3D-Modellen mit SketchUp Pro

Zu Beginn hat Kiril Dris die Geodaten über Google Earth in SketchUp Pro eingelesen. Jedes 3D-Modell in SketchUp Pro lässt sich damit quasi per Knopfdruck georeferenzieren. Die so entstandenen Informationen dienen zum Beispiel zur Geländeanpassung des Modells oder für die Schattenberechnung. Zusammen mit dem digitalen Aufmaß eines Vermessers ließ Kiril Dris damit die Gebäude und die Außenanlage realitätsnah entstehen.
Die anschauliche Darstellung war für den Bauherrn sehr wichtig, denn bei der Aufteilung der neuen Gewerbefläche spielten Funktionalität und umweltgerechte Vorgaben eine große Rolle. Mithilfe der dreidimensionalen Darstellung in SketchUp Pro waren Verkehrsflächen, Straßen, Lagerplätze, Standorte der Gebäude und die Flächengestaltung insgesamt gut zu beurteilen.
Nach der Freigabe des Entwurfs durch den Bauherrn erfolgte die gesamte Ausführungsplanung nach HOAI mit SPIRIT. Von Anfang an hat Kiril Dris auch bei diesem Projekt mit Architekturbauteilen gearbeitet. Er bevorzugt diese Arbeitsweise in SPIRIT, weil er damit Zeit spart bei der späteren Auswertung. Außerdem lassen sich die Informationen aus Bauteilen im BIM-Prozess an AVA-Programme übergeben. 2011 wurde bei Lerg zwar noch kein AVANTI eingesetzt, aber zukünftig wollen die hessischen Planer die direkte Verbindung zwischen der CAD- und AVA-Software in ihren Projekten nutzen.

  • Entwurfsmodell in SketchUp Pro
  • Anbau Wohnhaus (Foto)
  • Anbau Wohnhaus (Foto)

Projekt 2: Mehrfamilienhaus Spindler im pfälzischen Neuhofen

Helmut Spindler ist pensionierter evangelischer Pfarrer und wollte mit seiner Frau wieder in sein Geburtshaus nach Neuhofen zurück. Er war mit dem Büro Lerg bereits wegen mehrerer Kirchenbauprojekte in Kontakt und wusste somit um deren Expertise für nachhaltiges Bauen. Das alte eingebaute Elternhaus inmitten des Ortskerns von Neuhofen entsprach nicht mehr den heutigen Wohnansprüchen und sollte umgebaut werden. Neben den Veränderungen am Bestandsgebäude wünschte sich der Bauherr einen Anbau in ökologischer Holzbauweise.
Aber zunächst mussten Pläne her, denn von dem alten Haus gab es keinerlei Unterlagen. Die Architekten erstellten daher ein detailliertes Aufmaß vor Ort. Auch hier las Kiril Dris die Geodaten erst einmal per Google Earth in SketchUp Pro ein. „Die Herausforderung an dieser Stelle war die verschachtelte Lage des Bestandsbaus und die damit einhergehenden Anforderungen der Bauaufsicht. Die Vorplanungen in SketchUp Pro dienten uns als Grundlage für Abstimmungen mit der Bauaufsicht. So konnten wir die Gebäudeeinpassung in die Nachbarbebauung optimal darstellen“ erklärt Dris.

Der spätere Planungsprozess erfolgte, wie immer, bauteilorientiert mit SPIRIT. „Hier kam uns zugute, dass Umplanungen in dem Programm schnell und unkompliziert gemacht sind“, so Alfred Lerg. Während der Planungsphase gab mehrmals Änderungswünsche von Seiten des Bauherrn. „Das Haus ist sehr individuell geplant, aber genau das ist es auch, was unsere Arbeit als Architekten ausmacht“, erklärt Alfred Lerg. So wurde beispielsweise aus einem ursprünglich geplanten Dachausstieg eine Gaube und im Endeffekt dann sogar eine Dachterrasse. Nach einer längeren Planungsphase konnte das Ehepaar Spindler 2018 in ihr altes beziehungsweise neues Domizil einziehen. Und nicht nur unter dem Nachhaltigkeitsaspekt wurde in die Zukunft gedacht: Die Spindlers legten Wert darauf, dass ihr Haus auch für eine altersgerechten Wohngemeinschaft geeignet ist, in der jeder seinen Platz findet.

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