Von A bis Z – Wissenswertes aus der Baubranche

a


ARGE Baurecht

ARGE Baurecht steht für „Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht”. Der Berufsverband ist die größe Vereinigung von baurechtlich spezialisierten Rechtsanwälten in Deutschland und Europa. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Förderungen der berufspolitischen und wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder.

Architekt

Ein Architekt ist ein bedeutender Beteiligter bei der Bauplanung. Er befasst sich mit der technischen, wirtschaftlichen, funktionalen und gestalterischen Planung, der Errichtung und den Änderungen von und an Bauwerken, wie beispielsweise Gebäude des Hochbaus. Architekten sind dabei insbesondere für die Gestaltung des Bauwerks, die Ausarbeitung von Bauplänen sowie gelegentlich auch für die Kostenplanung zuständig. Die Ausführungen der Pläne werden vom Architekten eingeleitet und überwacht. Durch die zunehmende Verbreitung von BIM findet die Arbeit vermehrt digital statt. Die Aufgaben und Anforderungen an Architekten werden umfangreicher.

AIA (Auftraggeber-Informations-Anforderungen)

AIA, auch EIR (Employer Information Requirements) ist im Bauwesen die Abkürzung für „Auftraggeber-Informations-Anforderungen”. Innerhalb dieser Informationsübersicht muss ein Auftraggeber genau festlegen, welche Daten er wann benötigt. Dazu gehört beispielsweise die Information, zu welchem Zeitpunkt, in welcher Detailtiefe und in welchem Format Daten abgeliefert werden müssen.

Die Einhaltung des AIA ermöglicht es dem Auftraggeber, auf Grundlage der überlieferten Daten rechtzeitig für die Planer notwendige Entscheidungen zu fällen. Die Erstellung und Umsetzung der AIA ist im BIM-Leistungsniveau 1 des BMVI-Stufenplans als Anforderung aufgeführt. Siehe auch Stufenplan Digitales Planen und Bauen.

Einen Beitrag über AIA im Hinblick auf die Konflikte zwischen Planern und Auftraggebern, die HOAI und die rechtliche Situation finden Sie unter blog.softtech.de/bim-aia.

b


Bauteileditor

Ein Bauteileditor ermöglicht es Planern von Gebäuden, Bauteile unter bestimmten Gesichtspunkten zu verändern und zu untersuchen. Der ST bauteilEditor von SOFTTECH integeriert sich in SPIRIT, der CAD-Software des Herstellers, und SketchUp.

Bauteile, wie Türen und Fenster, können somit parametrisiert erstellt werden. Durch die Erweiterung BauteilEditor können beispielsweise eigene Türdaten erstellt, über den Schnellzugriff der Datenbank eingebettet oder direkt im Modell angepasst werden.

Bauherr

Der Bauherr ist der Nutzer oder Eigentümer eines Bauwerks. Er ist verantwortlich für die Vergütung der erbrachten Bauleistungen eines Bauprojektes.

Bauleitung

Die Bauleitung ist für die Überwachung der beauftragten Bauleistung hinsichtlich der Einhaltung von Qualitäten, Terminen und Kosten im Zuge der Bauwerkserstellung verantwortlich. Oft übernimmt die Bauleitung auch die Rechnungsprüfung im Zuge der Abrechnung.

Big BIM

Anders als bei Little BIM bezeichnet Big BIM die BIM-basierte Zusammenarbeit über ein einzelnes Planungsbüro hinaus. Wird ein Bauprojekt von externen Planern oder mehreren Büros umgesetzt, müssen zuverlässige Schnittstellen für Kompatibilität sorgen.

Bei Big BIM werden oft unterschiedliche Programme eingesetzt, die Modelle und Daten werden dann beispielsweise über das Dateiformat IFC, BCF oder gbXML übertragen.

BKI (Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern)

BKI ist die Abkürzung für Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern. Das BKI ist eine zentrale Service-Einrichtung für wirtschaftliches Planen und Bauen für über 100.000 Architekten in Deutschland. Stetig aktualisiert das BKI seine Baukostendatenbanken, welche mehrere tausend real abgerechnete Projekte zu Neubauten, Altbauten und Freianlagen umfassen.

Mit den statistischen Kostenkennwerten für alle Gebäudearten und Konstruktionsvarianten unterstützt das BKI bei der differenzierten und genauen Kostenberechnung nach DIN 276. Die Daten greifen auf verschiedene Bezugsgrößen wie Brutto-Rauminhalt, Brutto-Grundfläche, Nutzfläche und Grobelement zurück. Diese Werte ermöglichen dem Anwender, von der Kostenkennwertmethode zur Objektvergleichsmethode zu wechseln und Bauprojekte somit frühzeitig auf Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen. Das BKI bietet zudem aktuelle Fachinformationen für das energieeffiziente Planen und Bauen, Büromanagement, Gebäudemanagement und Projektmanagement.

BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung)

Das BBSR ist eine Ressortforschungseinrichtung, welche dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstellt ist. Das Bundesinstitut ist dafür zuständig, die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien-, und Bauwesens zu beraten. 2013 veröffentlichte das BBSR den "BIM-Leitfaden für Deutschland" und zielt dabei unter anderem auf die zunehmende Etablierung und Umsetzung von BIM im Bauwesen.

c


Collada

COLLADA steht für COLLAborative Design Activity und soll vermehrt als Daten-Austauschformat zwischen unterschiedlichen 3D-Programmen eingeführt werden. Das offene Speicherformat basiert auf XML und kann neben Texturen und Modellen auch Einstellungen und Veränderungsschritte speichern und übertragen. CAD-Programme wie SPIRIT haben das Speicherformat bereits integriert.

e


EFB (Einheitliches Formblatt)

EFB ist die Abkürzung für Einheitliches Formblatt. Dieses ist ein der Ausschreibung beizulegendes Formular. Solche Formulare werden entweder vom Ausschreibenden oder vom Bieter ausgefüllt und sind ein Bestandteil des Vergabehandbuches des Bundes.

f


FGSV

FGSV ist die Abkürzung für Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Der FGSV ist ein gemeinnütziger technisch-wissenschaftlicher Verein, der 1924 ins Leben gerufen wurde und heute ca. 2.500 Mitglieder hat.

Die Arbeit des Vereins gründet auf der Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft und hat die Weiterentwicklung der Erkentnisse im Straßen- und Verkehrswesen zum Ziel. Dieses Ziel soll durch Konzipierungen und die Koordination sowie die Betreuung und Auswertung von Forschungsprogrammen erreicht werden. Der gleichnamige Verlag veröffentlicht dann unter anderem die technischen Regelwerke der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, den Standardleistungskatalog für Straßen- und Brückenbau (STLK LB) sowie Regelwerke des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

j


Jour fixe / Jour fix

Jour fixe, oft auch fälschlicherweise Jour fix geschrieben, ist ein Regeltermin einer kleinen Gruppe von Personen zur Besprechung im Team. Jour fixe werden im Projektmanagement als für alle Teilnehmer verpflichtende, regelmäßig stattfindende Termine festgelegt, so dass gruppeninterne Abstimmungen umgesetzt werden können. Zu diesen Abstimmungen gehören die Diskussion von Problemen, der Abgleich des Projektstatus sowie der Austausch von Wissensständen.

In der Baubranche muss die Zusammenarbeit oft in Echtzeit funktionieren und kann nicht auf bestimmte Abstimmungstermine verschoben werden. Mit Programmen wie beispielsweise dem Newforma Project Center oder SmartUse können Veränderungen an Plänen, neue Anfragen, Mängellisten oder sogar Audio-Dateien mit Planungspartnern ausgetauscht werden. Durch den Online-Vergleich von Änderungen aller Kollegen innerhalb von Softwarelösungen können Jour fixe seltener stattfinden und jeder Planungsbeteiligte verfügt trotzdem über den gleichen Projektstatus.

k


KOMKO-Bauen

KOMKO steht für Kommunikation und Kooperation aller am Bau beteiligten und soll sich im Zuge von BIM etablieren. Durch den vereinfachten Zugriff aller Baubeteiligten auf relevante Daten erhöht sich die Kooperation aller Planer und der Projektsteuerung, so dass beispielsweise Fehler oder Unstimmigkeiten in früheren Planungsphasen erkannt und behoben werden können.

l


LV / Leistungsverzeichnis

Leistungsverzeichnisse werden im Bauwesen zur Ausschreibung von Bauleistungen genutzt. Durch die Verwendung von AVA-Programmen, wie beispielsweise AVANTI, werden Leistungsverzeichnisse dabei übersichtlich gestaltet.

LVs sind tabellarisch aufgebaut und weisen folgende Daten auf: die Positions-Nummer, Mengenangaben und -einheiten, beschreibende Texte, welche meist aus einem Langtext und einem Kurztext bestehen, die Einheitspreise (EP) und die Gesamtpreise (GP). Leistungsverzeichnisse werden im Bauwesen überwiegend elektronisch ausgetauscht. Dafür stellt der GAEB ein entsprechendes Datenaustauschverfahren für Deutschland und die ÖNORM ein entsprechendes Datenaustauschverfahren für Österreich zur Verfügung.

n


NAS

NAS ist die Abkürzung für Normbasierte Austauschschnittstelle und dient dem Austauschen von Geoinformationen. Solche NAS-Dateien werden unter anderem für Katasterauszüge benötigt. Spezielle Programme wie beispielsweise der Moskito NASreader konvertieren sowohl Strukturen als auch grafische Ausprägungen aus diesen Dateien in Formate, welche auch von CAD-Programmen wie SPIRIT gelesen werden können.

p


PDF (Portable Document Format)

PDF ist die Abkürzung für Portable Document Format und ist ein transportables Dokumentenformat. Das plattformunabhängige Dateiformat wurde von Adobe Systems entwickelt und 1993 veröffentlicht.

Plattformunabhängigkeit bedeutet, dass das Dateiformat unabhängig vom ursprünglichen Anwendungsprogramm, dem Betriebssystem oder der Hardwareplattform des Rechners, auf dem die Datei erstellt wurde, wiedergegeben werden kann. PDF ist ein standardisiertes und gängiges Format zum Informationsaustausch und wurde von ISO genormt.

PIM (Produktinformationsmanagement)

PIM ist die Abkürzung für Produktinformationsmanagement, oder auch Product Information Management. Darunter wird die zentrale, medienneutrale Bereitstellung von Produktinformationen verstanden, welche dann in unterschiedlichen Vertriebskanälen, Standorten und für die unterschiedlichsten Ausgabemedien genutzt werden können. Hierzu werden Programme genutzt, welche die Informationen bündeln und somit von verschiedenen Kanälen und Mitarbeitern ohne großen Ressourcenaufwand genutzt werden können.

PIM steht zudem für Projektinformationsmanagement.

PIM Projektinformationsmanagement

Im Sinne der DIN 69901 wird unter PIM neben Produktinformationsmanagement auch Projektinformationsmanagement verstanden. Dieses gliedert sich in zwei Aufgabenstränge: die logischen Aufgaben und die Dokumentation der Informationen und Vorgänge.

Die logischen Aufgaben innerhalb von PIM befassen sich mit der korrekten Informationsweitergabe an die relevanten Personen zum passenden Zeitpunkt. Diese Informationen müssen in der passenden Qualität und einem ausreichenden, aber nicht zu großen Umfang weitergeleitet werden. Die DIN 69901 definiert Projektinformationsmanagement wie folgt: "Erfassung, Weiterleitung, Be- und Verarbeitung, Auswertung und Speicherung der Projektinformationen". Projektinformationsmanagement wird oft auch als Kommunikationsmanagement bezeichnet.

Zur Unterstützung des Projektleiters sowie aller Teammitglieder wird PIM-Software eingesetzt. PIM-Software wie das Newforma Project Center verbindet Projektbeteiligte wie Architekten, Ingenieure, Bauherren und weitere am Bau Beteiligte. Insbesondere wird die Koordination von Projektinformationen beschleunigt, indem E-Mails an alle relevanten Personen verteilt werden. Auch das Auffinden von Informationen wird durch Newforma deutlich vereinfacht, denn PIM-Software ermöglicht es, alle E-Mails, inklusive der Inhalte und der verlinkten Dateien mit einem Klick zu durchsuchen.

s


Schlussrechnung

Eine Schlussrechnung muss den gesamten Leistungsumfang ausweisen, sowie den Wert der restlichen Leistungen, den Anteil der Umsatzsteuer und den Bruttobetrag. Die Schlussrechnung wird erst geschrieben, wenn die Fertigstellung beziehungsweise die Abnahme der vereinbarten Leistung vorausgegangen ist. Gegebenenfalls können Einbehalte als Sicherheitsleistung nach VOB erfolgen. Diese stellen sicher, dass nachträgliche Korrekturen, Mängel oder Leistungen aus Nachträgen durch den Auftragnehmer realisiert werden. Schlussrechnungen können, genauso wie Abschlagsrechnungen, in AVA-Programmen schnell und einfach umgesetzt werden.

v


VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen)

VOB ist die Abkürzung für Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Im Teil B dieser Verwaltungsvorschrift des Bundes werden die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen festgehalten. Darin enthalten sind beispielsweise in § 1 VOB/B die Art und der Umfang der Leistung, in § 2 der VOB/B wird die Vergütung rechtlich erläutert. Des weiteren werden beispielsweise Ausführungsfristen, Haftungen der Vertragspartner, Abnahmen, Mängelansprüche, Abrechnungen und Sicherheitsleistungen in der VOB/B behandelt.

VHB (Vergabe- und Vertragshandbuch für die Baumaßnahmen des Bundes)

Das Vergabe- und Vertragshandbuch für die Baumaßnahmen des Bundes setzt die Teile A und B des VOB um. Damit schafft das VHB die Voraussetzungen dafür, dass Vergabeverfahren weitestgehend einheitlich und rechtssicher umgesetzt werden.

Die Formblätter und Richtlinien werden regelmäßig aktualisiert, so dass die wichtigsten Bestimmungen zur Vergabe von Bauaufträgen und Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen den aktuellen Voraussetzungen am Markt gerecht werden. Dies bedeutet für Auftraggeber von Vergaben für Bauaufträge jedoch auch, dass sie diese Änderungen im Prozess integrieren müssen. AVA-Software, wie beispielsweise AVANTI, kann dank regelmäßig veröffentlicher Updates bei der Einhaltung dieser rechtlichen Bestimmungen unterstützen und spart Auftraggebern Zeit für die Anpassung der Vergabetexte an die rechtlichen Grundlagen.

1-10


3D

3D ist die Abkürzung für dreidimensional und ein Synonym für die räumliche Darstellung von Körpern. Ein Modell, beispielsweise eines Gebäudes, aber auch anderer Objekte wie Einrichtungsgegenstände, Autos oder Menschen, werden meistens in den Dimensionen Länge, Breite und Höhe dargestellt. Ein 3D-Objekt besteht somit aus Vektoren, jeder Punkt des Objektes hat eine Position im Koordinatensystem des genutzten dreidimensionalen Raums.

Login